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  • 1. Juli 2019
  • Wettbewerbsbeitrag

Bildung in der digitalen Welt: Ulli Weisbrodt – Biologieunterricht im digitalen Zeitalter

Fächerübergreifender Wettbewerb für Lehrer*innen, Schüler*innen und Studierende

von Ulli Weisbrodt, Ludwig-Frank-Gymnasium Mannheim / Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung


Ich arbeite  als Biologie-Lehrer am Ludwig-Frank-Gymnasium Mannheim als auch in der Lehrerausbildung für Biologie und NwT am Seminar Heidelberg. In beiden Einrichtungen gibt es eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Ausarbeitung und Umsetzung eines digitalen Bildungskonzepts beschäftigt. Ein Produkt davon ist die von mir erstellte Homepage.

Projektzeitraum

Die Gestaltung der Homepage begann vor zwei Jahren und wird die nächsten Jahre weitergeführt. Ich arbeite mich intensiv in die Teilbereiche des digitalen Bildungskonzepts und den dafür benötigten Lehrkompetenzen ein (darunter z.B. das Erlernen von Skriptsprachen HTML5 und JavaScript / oder auf der Anwenderebene der Audio-, Video- und Grafikbearbeitung oder der digitalen Messwerterfassung) und mit zunehmender Kenntnis erweitern sich auch die Umsetzungsideen und -fähigkeiten.

Theoretischer Rahmen

Vor und bei der konkreten Umsetzung digitaler Inhalte begleiteten mich folgende Fragen:

1. Welche Plattform ist geeignet?

Der Vorteil, ein digitales Konzept in Form einer Homepage zugänglich zu machen, liegt in der Geräteunabhängigkeit. Letztendlich reicht bei vielen Angeboten ein Lehrer-PC mit Beamer und Internetzugang bzw. mobile Endgeräte (z.B. der Schülerinnen und Schüler). Zudem ist die Homepage auch von zu Hause aus anwählbar, die Verbreitung an andere Schulen und Bildungseinrichtungen ist kein Problem.

2. Welcher Kompetenzrahmen liegt dieser Umsetzung zugrunde?

Ich habe Medienkonzepte verschiedener Bundesländer miteinander verglichen und dabei den „Medienpass“ von NRW als den umfassendsten und am prägnantesten formulierten eingestuft. Besonders überzeugt hat mich die Einbindung des Kompetenzbereichs „Problem lösen und Modellieren“, ein für die Naturwissenschaften wesentlicher Teilbereich im digitalen Lernen. In Baden-Württemberg beispielsweise findet sich dieser Punkt in der Leitperspektive Medienbildung so nicht wieder.

3. Wie ist die Homepage strukturiert?

Zudem verweist die Menüleiste links auf die Klassenstufen. Innerhalb einer Klassenstufe werden die jeweils typischen Themeneinheiten aufgegriffen. So findet man z.B. für die Klassenstufe 7 unter dem Thema „Herz, Blut, Kreislaufsystem“ drei digitale Methoden vorgestellt: 

Ein Erklärvideo analysieren / Ein Lernspiel programmieren / Gemeinsam ein eBook erstellen. Unter dem Menüpunkt „Digitalkonzept“ findet man alle umgesetzten digitalen Lernfelder in „chronologischer“ Reihenfolge. 

4. Welche digitalen Lernfelder werden aufgegriffen?

Unter dem Punkt Digitales Bildungskonzept  wurden die verschiedenen Lernfelder abgebildet, die hier in den Kontext des NRW-Medienpasses gestellt werden:

Bedienen und Anwenden:

Grundlagen des digitalen Arbeitet


Tippen Lernen


Einarbeitung in Standardsoftware wie Textbearbeitung


Grafikbearbeitung


Informieren und recherchieren:

Internetrecherche


Apps bewerten


Kommunizieren und kooperieren:

Online kooperieren


Produzieren und präsentieren:

Erklärvideos


Präsentationen


Problem lösen und modellieren:

Interaktive Karte erstellen


Mit Scratch simulieren


Apps programmieren


Außerdem gibt es reine „Anwendungsbeispiele“, die in analoger Art so nicht umsetzbar wären, dabei zentrale biologische Arbeitsweisen transportieren und für die Schülerinnen und Schüler sehr motivierend sind wie:

Beobachtungsaufgaben anhand kurzer Video-Loops, siehe z.B.

Beispielvideo: Einen Hund beim Trinken beobachten


Beispielvideo: Wie Frösche atmen


Beispielvideo: Wie Insekten laufen


Makroaufnahmen unter der digitalen Lupe analysieren, siehe

Insekt unter der Lupe


Dem Einbezug extern angelegter Anwendungen z.B. auf „learningapps.org“

Skelettspiel

Der Anlage eigener Lösungs- oder Quizelemente, siehe z.B.

Biologie-Unterricht in Klasse 5-6, Thema 61


Selbst erstellte Animationen, siehe z.B.:

https://www.biologie-unterricht.com/kursstufe/#Thema22


Biologie-Unterricht in Klasse 7-8, Thema 14


Selbst erstellte Smartphone-Apps, die sich die Schülerinnen und Schüler auf ihr Smartphoneinstallieren können, siehe z.B.:

Biologie-Unterricht in der Klasse 7-8, Thema 15


Biologie-Unterricht in der Klasse 9-10, Thema 32


Biologie-Unterricht Kursstufe, Thema 1


5. An wen richtet sich das digitale Bildungskonzept?

Zum einen unterrichte ich selbst in meinen Biologieklassen mit dieser Homepage. Außerdem multipliziere ich damit ein digitales Bildungskonzept an meine Referendare in der Lehrerausbildung. Diese werden von mir mit der Homepage auch darin geschult, selbst digitale Medien zu produzieren und im Sinne eines digitalen Lernens mit Schülern anzuwenden. Die Homepage hat in Baden-Württemberg auch schon einen kleinen Bekanntheitsgrad, sowohl den Fachberatern Biologie als auch den Seminarleitern Biologie aller Seminarstandorte konnte ich die Seite bereits vorstellen. Des weiteren habe ich die Kinder-Such-Seite „Blinde Kuh“ für meine Seite gewinnen können, dort sind mehrere Verlinkungen vorgenommen worden. Ziel für die Zukunft ist es, möglichst viele Verlinkungen – auch in andere Bundesländer – zu erreichen, dafür suche ich stets nach Ansprechpartnern und Vernetzungsmöglichkeiten. 

6. Wie können die Bildungsinhalte eingesetzt werden

Die Seite verzichtet bewusst auf die konkrete Ausformulierung, wie genau ein bestimmter Inhalt eingesetzt werden soll, da sich mehrere Zugänge anbieten. Beispielsweise eignen sich die Erklärvideos und Übungs-Apps unter Biologie Unterricht in Klasse 7-8, Thema 1 sowohl im Hausaufgaben- als auch in der Unterrichtszeit, zum Erlernen genauso wie zur Wiederholung.

Wie die Internetrecherche unter Biologie-Unterricht in Klasse 7-8, Thema 31 in den Unterricht eingebettet wird, hängt zum Beispiel stark vom Vorwissen der Schülerinnen und Schüler ab. Die anschließende Bewertung einer Ernährungs-App kann von jedem Schüler oder aber von Einzelnen z.B. in Form einer mündlichen Leistung vergeben werden.

Arbeitsprogramm:

Die Homepage wird Stück für Stück erweitert. Bis jetzt stecken hinter dieser Arbeit geschätzt mehrere hundert Arbeitsstunden. Die meiste Arbeit erfolgt spät abends zu Hause. In der Schule und in der Freizeit habe ich meist ein gutes Smartphone dabei, um schnell einen Filmausschnitt zu drehen oder ein Foto zu machen. In dieser Zeit erfolgt auch die Einarbeitung in die verschiedenen Kompetenzbereiche wie z.B. der HTML-Programmierung. Ideen und Anregungen finde ich z.B. in den beiden Arbeitsgruppen an der Schule und am Seminar.

Aufstellung der Kosten:

– Homepage: 120 Euro/Jahr- Bücher und udemy Kurse: bisher etwa 400 Euro- spezielle digitale Geräte: bisher etwa 300 EuroDie Kosten wurden alle selbst übernommen. In Zukunft würde ich gerne  gezielt professionelle Programmierer zu Rate ziehen können, um mich zum Beispiel in aufwändigere HTML- / CSS / JavaScript-Programmierungen einlernen zu lassen. 

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