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  • 11. April 2020
  • Beitrag auf dem Symposium 04 - Digitalisierung und Naturwissenschaften

Interaktive Lernmedien aus der chemiedidaktischen curricularen Entwicklungsforschung

Prof‘in. Dr. Claudia Bohrmann-Linde und Dr. Diana Zeller | Bergische Universität Wuppertal, Didaktik der Chemie 

Vitae der Referentinnen

Prof.*in Dr. Claudia Bohrmann-Linde promovierte nach dem Studium der Fächer Chemie und Englisch für das Lehramt der Sekundarstufe II an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und dem Referendariat am Studienseminar Krefeld im Jahr 2003 in der Chemiedidaktik an der Universität Duisburg-Essen zum Thema „Photoelektrochemie und Elektrolumineszenz – experimentelle und multimediale Erschließung eines neuen Themengebiets für die Lehre“. In Folge war Sie als akademische Rätin / Oberrätin am Lehrstuhl für Chemie und ihre Didaktik an der Bergischen Universität Wuppertal im Arbeitskreis Tausch tätig. Im März 2016 trat sie die neu eingerichtete W3-Professur für Didaktik der Chemie an der Eberhard Karls Universität Tübingen an und baut den Lehrstuhl auf. Zum Oktober 2018 folgte sie dem Ruf auf die W3-Professur für Didaktik der Chemie an der Universität Wuppertal. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die experimentell-konzeptionelle Erschließung zukunftsträchtiger Themen mit Bezug auf verschiedene Energieformen, Energiekonversionen und den nachhaltigen Umgang mit Energieressourcen für den Einsatz im Chemieunterricht. Des Weiteren befasst sie sich mit bilingualem Chemieunterricht und ist langjährige Herausgeberin und Autorin der Schulbuchreihen Chemie 2000+ und Chemie. 

Dr. Diana Zeller studierte von 2011 bis 2016 an der Goethe-Universität Frankfurt die Fächer Chemie, Geschichte und Kunst für das Gymnasiallehramt und legte das 1. Staatsexamen ab. Seit Oktober 2016 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitskreis Bohrmann-Linde, zunächst an der Eberhard Karls Universität Tübingen und derzeit an der Bergischen Universität Wuppertal. Im Dezember 2019 promovierte sie zu dem Thema „Didaktische Erschließung von Titandioxid für den Chemieunterricht – Entwicklung und Optimierung von Experimenten, didaktischen Konzepten und Medien“. 


Abstract zum Vortrag

Die Didaktik der Chemie am Standort Wuppertal befasst sich bereits seit Anfang der 2000er Jahre mit der Konzeption, Programmierung und Erprobung interaktiver Animationen zu etablierten Themen der Schulchemie sowie zu innovativen Themen der eigenen curricularen Innovationsforschung [1,2]. Diese wurden vielfältig in Lehrerfortbildungen, Schülerlaboreinheiten und in der universitären Lehre eingesetzt und aufgrund eingeholten Feedbacks fortlaufend optimiert. Sie sind kostenlos über die Homepage der Didaktik zugänglich [3]. 

Handelte es sich zunächst um Flash-Animationen, wurde ein Teil dieser zwischenzeitlich auf das HTML5-Format zur Nutzbarkeit auf allen digitalen Endgeräten übertragen. Aktuellere Animationen wurden bereits im Responsive Design programmiert. Dem Nutzungsverhalten von Schüler*innen entsprechend [4] wurden zudem Lehrvideos zu innovativen Themen entwickelt [5]. 

Mit zunehmender Verbreitung von Tablets und Smartphones im Schulalltag und dem Wunsch von Lehrkräften nach editierbaren Lehr-/Lernmedien werden nun neue Medienformate konzipiert, die eine Bearbeitung und Ergänzung bestehender interaktiver Angebote durch die Nutzer*innen ermöglichen, wodurch individualisierbare, dynamische Produkte wie E-Books entstehen.

Als vielseitiges Medium bieten E-Books für den Chemieunterricht viele Vorteile [6]. Sie können ohne Medienbruch neben der Vermittlung von fachlichen Inhalten zur Dokumentation von Versuchsergebnissen im Labor und zur individuellen Differenzierung innerhalb einer Lerngruppe genutzt werden [7]. In dem Vortrag werden zunächst exemplarisch einige Ergebnisse aus der Wuppertaler chemiedidaktischen Entwicklungsforschung vorgestellt, bevor der Hauptfokus auf ein interaktives E-Book für das Konzept „Alternative Solarzellen mit Titandioxid“ gelegt wird, mit dem ein Ausblick in aktuelle Forschungsthemen der Naturwissenschaften gelingt. Das E-Book wurde als digitale Lernumgebung inklusive Versuchen und Materialien aufbereitet, sodass anknüpfend an bekannte Inhalte der Elektrochemie das innovative Thema „Solarzellen“ im Chemieunterricht erarbeitet werden kann. Die Inhalte und Komponenten des E-Books wie die Differenzierung nach Leistungsvermögen werden im Vortrag vorgestellt. 

Literatur

[1] C. Bohrmann; M.W. Tausch (2001): Hypermedia-Baustein: Photoelektrochemische Zelle, PdN-ChiS, 50(7), S. 37-38. 

[2] C. Bohrmann-Linde (2005): Solarzelle und LED. Zwei Beispiele für Multimedia-gestützte Lerneinheiten, NiU-Chemie, 90(16), 31-34. 

[3] https://chemiedidaktik.uni-wuppertal.de/index.php?id=4923&L=0 (Zugriff: 22.1.2020)

[4] Rat für kulturelle Bildung (Hrsg): JUGEND / YOUTUBE /KULTURELLE BILDUNG. HORIZONT (2019), Studie online unter: https://www.rat-kulturelle-bildung.de/fileadmin/user_upload/pdf/Studie_YouTube_Webversion_final.pdf (22.1.2020)

[5] R. Brunnert; C. Bohrmann-Linde; N. Meuter; N. Pereira Vaz; S. Spinnen; Y. Yurdanur; M.W. Tausch (2018): The Fascinating World of Photochemistry, Educacion Quimica, 29(3), p. 108-117. 

[6] J.Huwer, I. Eilks (2017): Multitouch Learning Books für schulische und außerschulische Bildung, In: J. Meßinger-Koppelt, S. Schanze, J. Groß (Hrsg): Lernprozesse mit digitalen Werkzeugen unterstützen. Joachim-Herz-Stiftung Verlag Hamburg, S. 81-94. 

[7] D. Zeller; C. Bohrmann-Linde (2019): Ein interaktives E-Book zur alternativen Dokumentation der Laborarbeit und zur Erschließung des Themas „Alternative Solarzellen mit Titandioxid“, Chemie und Schule, S.11-14.

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